In Warburg hat man immer neue Ideen:
Es wird in unserer Brauerei nicht nur Export gebraut, man will jetzt auch die Ziegen exportieren.
Da es bei uns mit der Digitalenanbindung etwas träge verläuft, versucht man gerade durch Züchtung, sich die Arbeit zu erleichtern. Umständlich ist es, für jedes Exportland die entsprechenden Ziegen auf einzelne Weiden zu stellen. Das mit dem Chippen bringt, auf großen Weiden, noch nicht so viel, daher ist man hin gegangen und züchtet die Tiere mit einer Länderfärbung. Auf dem Bild ist Südamerika schon ganz gut zu erkennen. So können die Bauern entsprechende Ziegen schnell orten und aussortieren.
Es ist schon ein besonderer Anblick, wenn eine Herde Wildziegen durch das Hammerbachtal zieht. Diese Ziegengattung bringt imposante Tiere hervor und vor dem herbstlich gefärbten Wald wirkt es schon fast wie in den Rocky Mountains. Das kalte sonnige Wetter tat sein Bestes um diesen Eindruck zu verstärken.
Im Rothaargebirge sind die Tiere ein Problem geworden, weil sie den verarmten Waldbesitzern den Profit weg fressen.
Es geht ja immer noch der blöde, alte Witz herum, dass diese Tiere unterschiedlich lange Beine haben, um am Deich gut stehen zu können.
Hahaha, selten so gelacht!
Nein, natürlich sind alle Beine gleich lang, allerdings haben sie in jedem Oberschenkel ein zusätzliches Gelenk und können so prima die Höhenunterschiede beim weiden an Hängen und Deichen ausgleichen.
Bei meiner Exkursion im Norden unseres schönen Landes, habe ich auch die Deichziegen beobachten können. Diese kräftigen Tiere bewegen sich in kleinen Gruppen auf den Deichen entlang, wobei es immer ein Leittier gibt, welches einen gewissen Abstand zum Rest der Gruppe einhält.
Die Ziegen haben einen Gendefekt, der mit langen Züchtungsexperimenten durch die ostfriesiche Bevölkerung für die selbige zum Vorteil wurde:
Diese Tiere versuchen zwanghaft, Unregelmäßigkeiten in ihrer Umgebung auszugleichen. Wenn also ein Deich einen Schaden aufweist, durch Sturm und Hochwasser, so versuchen diese Tiere diesen mit ihrem Körper auszugleichen. Das Leittier koordiniert die Aktion und begibt sich dann direkt zum heimatliche Stall. Durch laute Geräusche wird der Deichgraf gewarnt, welcher dann auf dem Tier zur Schadensstelle reitet. In früheren Zeiten hat man dafür gerne weiße Ziegen gezüchtet um sie in der Nacht besser erkennen zu können.

Auf dem Bild erkennt man eine Gruppe junger Ziegen, welche gerade versuchen, ein abgerutschtes Deichstück auszugleichen. In dem Fall ist es ein Übungsdeich. Schön zu erkennen wie das Leittier etwas Distanz, vor der Gefahrenstelle, hält.
Ziegen sind ja eine vielfältige Gattung und gestern beim Tapern durch Nordhessen habe ich welche ablichten können, die zwar nicht so selten, jedoch durch ihren Lebensraum immer gut versteckt sind.
Die Waldziegen bewegen sich in kleinen Gruppen durch das Unterholz und fressen Kräuter und Gras. Im Gegensatz zum Wild verschmähen sie allerdings frische Triebe und richten so keinen Schaden an.
… so dass verschiedene mächtige Männer wieder nach ordern können. Diese Ziegenart ist, im Grunde, meine Lieblingsart. Sie sehen gut aus, sind genügsam und kommen mit den kalten Wetterbedingungen in unserem Winter prima zurecht, so dass ich sie ganzjährig auf der Weide bewundern kann. Ziegen sind schon ein interessantes Thema.