Hurra, ganz frisch gesichtet:
Der Schwarm Zugziegen ist wieder zurück. Am Fell kann man sehr gut den strapaziösen Flug erkennen. Einzelne haben aber schon das Sommerkleid angezogen.
Der Schwarm scheint ein wenig dezimiert zu sein, aber bei der anstrengenden Reise über die Alpen gibt es jedes Jahr Verluste zu beklagen
Nähere Informationen zu Milktrails und Zugziegen findet ihr hier:
Nach dem der Zugziegenschwarm seit dem Frühsommer als verschollen galt, verdichteten sich die Anzeichen, dass er doch unsere Region erreicht hat. Immer öfter waren Milktrails am Himmel zu beobachten. Wir haben dann mal eine Expedition durchgeführt, um festzustellen wo er sich denn niedergelassen hat.

Wir haben festgestellt, dass der Schwarm sich getrennt hat. Wie oben zu sehen, hat sich ein Teil in ein kleines verstecktes Tal zurückgezogen.

Der andere Teil suchte, interessanter Weise, die Nähe des Menschen und wählte einen kleinen Weiler in Nordhessen aus.

Gut zu erkennen sind die großflächigen Narben, die bei fast allen älteren Ziegen zu erkennen sind. Wir können nicht mit Bestimmtheit sagen wie es zu diesen kommen konnte. Vermutet wird ein massiver Beschuss aus großkalibrigen Waffen. Meist werden die Tiere in einem südlichen Bundesland bejagt um eine Person mit Weißwürsten zu versorgen, welche sich mit den Würsten gern in der Öffentlichkeit zeigt.

Uns ist es gelungen die Ziegen zu beringen. Auf dem Bild erkennt man die jungen, beringten Tiere beim einem Startversuch.
So hoffen wir, dass es möglich ist den Heimflug nach Afrika zu beobachten.
Diese Tierrasse ist sehr bedroht, da bei der letzten Zählung nur noch wenige Tiere gefunden wurden.
Gerne legen sie sich auch mit dem Kopf flach auf der Wiese um besser atmen zu können. Dies wirkt dann so als wären sie tot. Es kommt vor, dass abgeschossene Zugziegen mit ihnen verwechselt werden. Dies kann den besten Fachleuten passieren.
Leider liegen sie immer auf der rechten Seite, dies belastet den Lungenflügel und die Luftröhre, dadurch leiden sie sehr oft unter Schlafapnoe und versterben damit häufig und früh an Herzinfarkt oder Schlaganfall. Außerdem werden Fressfeinde durch die starke Geräuschentwicklung angelockt.
Kaum habe ich die Zugziegen den Formationsflug üben sehen, da dauerte es nicht mehr lange bis ich sie in ihrem Winterfell erwischt habe. Zudem haben sie auch den Standort gewechselt. Sie befinden sich jetzt mehr in der Ebene, in welcher die Thermik besser ist und auch die fetteren Kräuter stehen um Energie für den anstrengenden Flug über die Alpen zu sammeln.
Gestern konnte ich noch einmal eine Schwarm Zugziegen beobachten. Sie warteten auf besseres Flugwetter, da wir leichten Regen und tief hängende Wolken hatten.
Mehr Infos zu dieser Ziegenart: Nackte Ziegen?
Immer wieder gab es die Behauptungen, dass die Streifen am Himmel entweder Kondensstreifen von Flugzeugen, oder Chemikalien zur Beeinflussung der Bevölkerung seien.
Nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen trifft dies aber nur bei einem geringen Teil zu, denn die Mehrheit der Streifen, vor allem im Frühjahr und im Herbst entsteht durch die Zugziegen:

Um schnell an Höhe zu gewinnen, besonders in der Nähe von Mittelgebirgen, können sie ihre Milch gesteuert abgeben und damit den Auftrieb erhöhen. So kommt es zu den weißen Streifen am Himmel. In der Hauptzugzeit, im September/Oktober sowie im März/April kommt es dann auch schon mal zu Mustern am Himmel, wenn sich mehrere Schwärme kreuzen.
Eine wissenschaftliche Sensation, da man lange rätselte, wie es die Ziegen schaffen, die erforderliche Flughöhe zu erreichen.